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Delphintherapie für Wachkomakind Raul

Mein Name ist Raul…

… und das ist meine Geschichte.

Ich wurde am 30.10.2000 als erster von Zwillingen geboren. Die Ärzte haben mich und meinen Bruder in der 36. Schwangerschaftswoche geholt, da es mir nicht gut ging.

Die Ärzte stellten fest, dass mein Gehirnwasser fast das ganze Gehirn verdrängt hatte. Sie sagten, es sähe nicht gut für mich aus. Ich würde wahrscheinlich mein ganzes Leben lang viele gesundheitliche Probleme haben: laut denen würde ich nie sehen, sprechen, sitzen, laufen oder die anderen Sachen können, die Kinder sonst so machen. Damit das Wasser aus meinem Kopf abfließen konnte, bekam ich an meinem zweiten Lebenstag meinen ersten Shunt.

Doch ich bin ein Kämpfer. Ich wollte leben und unbedingt das Krankenhaus und die Schläuche und Apparate los werden. So habe ich alles gegeben und gelernt, alleine zu trinken. Als ich neun Wochen alt war, zog ich bei Mama Anke und Papa Eberhard ein, die mich unbedingt haben wollten. Die sagen immer, ich wäre ihr Sonnenschein.

Ich habe dann alles geschafft, was ich trotz Prognose der Ärzte eigentlich nicht können sollte. Schon früh stand fest, dass ich doch sehen kann. Und damit ich noch besser sehen kann, bekam ich mit neun Monaten meine erste Brille.

Mit allem anderen habe ich mir dann etwas mehr Zeit gelassen. Meinen Kopf konnte ich das erste Mal mit neun Monaten anheben. Sitzen ohne umzukippen klappte dann mit 1 ½ Jahren. Krabbeln lernte ich danach ganz rasch. Als ich 2 ½ Jahre alt war, habe ich in meiner ersten Kur in Mardorf am Steinhuder Meer gelernt, Bobbycar zu fahren. Also rief Mama bei Papa an und erzählte es ihm, worauf mein Papa in einer Hals-über-Kopf-Aktion unseren gesamten Innenhof neu pflasterte, damit ich zu Hause auch schön fahren kann. Auch meine ersten Worte habe ich in Mardorf gesprochen. Es war: “Licht an!”

Mit drei Jahren kam ich in die heilpädagogische Tagesstätte in Nievenheim und alle staunten nicht schlecht, was ich nach kurzer Zeit für Fortschritte machte. Das Highlight im Kindergarten war immer die vierzehntägige Ferienfreizeit in Dankern. Eine tolle Zeit.
Da ich nun die Welt mit anderen Augen sah, fing ich auch an, richtig zu sprechen, um lauthals alle Menschen daran teilhaben zu lassen. Sprechen war für mich mit das Tollste, darum habe ich es auch dauernd gemacht.

Ich merkte schon früh, dass andere Kinder Dinge konnten, die mir anscheinend unmöglich waren. Das war für mich aber immer ein Ansporn, diese Dinge zu lernen. So gelang es mir, nachdem ich lange geübt hatte, mit knapp vier Jahren die nächste Hürde zu nehmen: ich lernte laufen! Anfangs bewegte ich mich noch sehr wackelig auf meinen Beinen vorwärts. Ich fiel hin und tat mir oft weh. Aber ich stand immer wieder auf. Aber bald merkten andere fast gar nicht mehr, dass es für mich, Mama und Papa ein großes Wunder war.

Mit fünf Jahren wechselte ich dann den Kindergarten und durfte noch zwei Jahre die integrative Tagesstätte der Lebenshilfe in Grimlinghausen besuchen.

Meine Ferien habe ich in den ersten Jahren immer bei Oma und Opa Leo in Spanien verbracht. Hier entdeckte ich meine Liebe zum Wasser und dem Meer. In den letzten vier Jahren hatte ich in den Ferien und an den Wochenenden immer viel Spaß auf dem Campingplatz in der Eifel mit meinen beiden Schwestern, Mama und Papa.

Am 07.08.2007 begann für mich der „Ernst des Lebens”, ich wurde auf der Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung (Schule am Volksgarten in Düsseldorf) eingeschult. Das wurde für mich zum größten Spaß des Lebens! Außer mir gab es nur ein paar Kinder in der Klasse, die laufen konnten. Alle anderen durften mit den tollen Rollis durch die Gegend flitzen. Ich wollte auch so einen Flitzer haben, aber Mama und Papa waren stolz, dass ich keinen fahrbaren Untersatz mehr brauchte.

Leider konnte ich meine Schulzeit nicht lange so ausgelassen genießen. Schon im Herbst fingen erneut die Probleme mit meinem Shunt (Ventil) an. Weihnachten 2007 verbrachte ich dann nicht mit meiner Familie, sondern mit Mama im Krankenhaus, in der Uniklinik Düsseldorf auf meiner Lieblingsstation K1.

Nachdem auch das neue Ventil nicht richtig funktionierte, besuchte ich meine Lieblingsneurochirurgin Frau Dr. Messing-Jünger. Sie wollte mir helfen und sagte, ich bräuchte ein neues Ventil. Am 13.02.2008 wurde ich dann erneut operiert. Von da an veränderte sich mein Leben völlig!

Es gab Komplikationen nach der OP! Als meine Mama morgens in mein Zimmer kam, war ich nicht mehr bei Bewusstsein und habe aufgehört zu atmen.

Seitdem bin ich nicht mehr richtig wach geworden. Anfangs konnte sich niemand erklären, warum ich nicht mehr richtig wach werde. Dann stand aber die Diagnose im Raum: Mittelhirnsyndrom. Ich verbrachte einige Wochen auf der Intensivstation und wurde sogar beatmet.

Doch auch diesmal entschied ich mich dafür, am Leben zu bleiben und zu kämpfen!
Fortsetzung folgt…

This entry was posted on Donnerstag, März 19th, 2009 at 20:42 and is filed under Über mich. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Both comments and pings are currently closed.

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