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Delphintherapie für Wachkomakind Raul

Meine Geschichte, Teil 2

Nach der Not-OP lag ich dann erstmal vier Wochen auf der Intensivstation. Nach 10 Tagen musste ich nochmal operiert werden, da das neue Ventil wieder verstopft war! Ich war an einer ganzen Menge Apparaten angeschlossen. Sie haben so ziemlich alles überwacht, was man kontrollieren kann. Da ich nicht alleine atmen konnte wurde ich künstlich beatmet. Der Schlauch im Hals hat mich sehr gestört. Nach drei Wochen wollten wir probieren, ob ich es schaffe wieder ganz allein zu atmen, hatte ja viel geübt ;-) . Es war zwar ein sehr anstrengender Tag, aber ich habe es geschafft!

Von nun an ging es mir wieder etwas besser. Ich wechselte auf der Intensiv noch mal für eine Woche das Zimmer und wurde dann auf eine andere Station verlegt. Dort wurde ich dann, bis auf die Magensonde, auch die anderen Schläuche los. Im Krankenhaus gab es für mich höchsten einmal am Tag etwas Krankengymnastik. Damit es mir bald wieder besser geht, wurde ich dann am 17.03.2008 nach Meerbusch in die St. Mauritius Klinik für die Frühreha verlegt.

In Meerbusch wurden wir sehr nett aufgenommen. An dieser Stelle nochmal ein besonderes Dankeschön an alle Schwestern der Station K2! Wir waren dort in einem 2-Bett Zimmer untergebracht und meine Mama durfte auf einem Gästebett in meinem Zimmer schlafen.

In der Frührehabilitation kam keine Langeweile auf! Ich hatte jeden Tag einen richtigen Stundenplan: Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Massage, Lagerungsgruppe (die Murmeltiere), Schule und nicht zu vergessen Musiktherapie, die mir besonders viel Freude bereitet hat.Toll war natürlich, daß nun mein Papa, meine Schwestern, Freunde und Verwandte uns ganz oft besuchen konnten, da es von Neuss nach Meerbusch ja nur ein “Katzensprung” ist.

Nach drei Wochen in Meerbusch durfte ich zum ersten mal wieder nach Hause! An diesem Tag habe ich das erste mal wieder mit Stimme gelacht. Seit dem finde ich jeden Tag einen Anlaß lauthals zu lachen. Nach beinahe 15 Wochen bekam ich dann in Düsseldorf eine PEG “eingebaut” und damit war dann endlich der letzte Schlauch verschwunden. Nach der OP in der Uni-Klinik in Düsseldorf durfte ich dann endgültig nach Hause!

Ich war froh, endlich wieder zu Hause! :-D Ich habe auch alles sofort wieder erkannt. In den Sommerferien verbrachten wir ein paar Tage auf dem Campingplatz, was mir früher wie heute viel Freude bereitet. Den Rest der Ferien haben wir unter anderem mit Warten auf die verordneten Hilfsmittel verbracht.

Nach den Sommerferien durfte ich wieder in meine alte Klasse, die Bienenklasse der LVR Förderschule, Schule am Volksgarten in Düsseldorf zurückkehren. Das war eine Riesenfreude für mich! Da mein Rolli noch immer nicht da war und das mit dem Bustransport zur Schule nicht geklappt hat wurde ich täglich von meiner Mama in die Schule gefahren. Für meine Mitschüler war es erstmal schwer, denn vorher bin ich ja immer Blödsinn machend durch die Gegend geflitzt. Aber ganz schnell haben sie gemerkt, dass ich immer noch der Alte bin.

Dann kam der Tag, an dem ich das erste Mal wieder alleine zur Schule gefahren bin! (Natürlich hat mich ein Bus abgeholt, aber ich konnte jetzt endlich weg, ohne dass Mama immer dabei ist) In der Schule selbst geht alles seinen Gang, ich bekomme dort Physiotherapie, Ergotherapie und seit kurzem Musikeinzelförderung.

Einmal in der Woche fährt mein Papa nach der Schule mit mir zur Physiotherapie. Donnerstags kommt die Logopädin. Vor kurzem habe ich das erste mal seit langer Zeit wieder am therapeutischen Reiten teilgenommen. Ich hatte viel Spaß, ich konnte mich sicherlich daran erinnern, daß ich das früher schon mal gemacht habe. Ab August 2009 darf ich regelmäßig zum therapeutischen Reiten gehen. Die Kosten für die Hippotherapie wird leider nicht mehr von der Krankenkasse übernommen. 20 Minuten therapeutisches Reiten kosten zur Zeit 17 €.

Es ist geplant, daß ich im Mai 2009 erneut eine Reha mache. Diesmal soll sie im Hegau-Jugendwerk in Gailingen am Hochrhein stattfinden

Wie es mit mir weitergeht, weiß im Moment keiner. Aber es geht vorwärts. Vieles wird ganz langsam besser, manch anderes bisher noch nicht. Aber ich will mal abwarten und weiter kämpfen….

Fortsetzung folgt…..

This entry was posted on Mittwoch, März 18th, 2009 at 22:00 and is filed under Neues, Über mich. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

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